Gedanken zur Adventszeit
 
Anfahrt zum Lebendigen Adventskalender
Lebendiger Adventskalender in der Seelsorgeeinheit Amöneburg

16. Fenster des Lebendigen Adventskalenders 2020

Impuls

Guten Abend liebe Besucherinnen und Besucher des Lebendigen Adventskalenders 2020

Wir begrüßen Euch, vor allem auch die Kinder, im Namen des Bürgervereins und der Bürgerhilfe am heutigen Mittwoch zum 16. Kalenderbild im Hof des Schwesternhauses in Mardorf.

In den vergangenen Jahren hatten wir als handelnde Personen der Weihnachtsgeschichte den heiligen Josef, den Erzengel Gabriel und die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten.

Bei der Flucht nach Ägypten spielt schon die Hauptperson des heutigen Abends eine tragende Rolle. Es ist der Esel, der neben dem Ochsen auf keiner Krippendarstellung fehlen darf. Auch auf der Reise von Nazareth nach Bethlehem, über 160 km, trägt ein Esel die hochschwangere Maria.

Wir haben hier eine hölzerne Darstellung des gerade in Mardorf besonders geachteten Huftieres mit der noch leeren Krippe.


Ein tierischer Zwischenruf

Gestattet mit einen kurzen Zwischenruf.

Mein Name ist Benjamin.

Ich zähle zur Gattung der Huftiere, bin ein sogenanntes Grautier.

Oder schlicht eine Esel.

Entschuldigt, dass ich mich so unvermittelt zu Wort melde,

aber ist euch bewusst, welche zentrale Bedeutung uns

Eseln in der Heilsgeschichte zukommt?

Wir haben schon Abraham, Isaak und Jakob getragen,

auf uns sind Mose, David und andere Stammesväter der Israeliten geritten

-und wir hielten unseren Rücken hin für den Messias!

Ein Esel war es, auf dem Jesus in Jerusalem Einzug hielt

Gemäß der Verheißung des Propheten Sacharja (Sach 9,9).

Und ich hatte die Ehre, der Heiligen Familie zur Flucht vor König Herodes

nach Ägypten zu verhelfen – ansonsten wäre die Geschichte zu Ende gewesen,

bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Ich war es also, der IHN getragen hat

und so vor den Häschern des Herodes bewahrte!

Wäre nicht immer wieder einer aus der Sippe von uns Eseln da gewesen,

nichts wäre es mit dem Messias und mit Weihnachten,

nichts mit Hosianna, Kreuzigung, Tod und Auferstehung

somit auch nichts mit der Erlösung geworden.

Nichts mit Christentum und Kirche.

An dieser Stelle darf Eigenlob ruhig einmal stinken!

Wir Esel sind also die wahren Träger der Heilsgeschichte!

Vielleicht sind wir auch deshalb erwählt,

weil wir ein besonderes Gespür für Gott haben.

Lest doch mal an den einem der nächsten Abende die wunderbare Geschichte vom Seher Bileam und seinem hellsichtigen Esel (Numeri 22,5ff.).

Ihr werdet staunen!

Ich sage Euch: Gott braucht die Esel in der Heilsgeschichte,

sehr nötig sogar; störrische Esel, alte Esel, junge Esel,

Esel die nur “I“und „A“ sagen können,

(in Klammer sei gesagt, dass wir bis zu 50Jahre alt werden können).

Wenn demnächst jemand zu dir „ Du Esel“ sagt, dann denke daran,

was ich euch geschrieben habe:

Gott braucht dich Du Esel, Du bist ein Träger der Heilsgesichte.

und damit Du das nicht vergisst,

darfst Du ruhig ein Eselsohr in dieses Blatt machen!

Damit möchte ich Eurer Weihnachtsvorbereitung nicht länger

im Wege stehen.

Es grüßt Euch in heilsgeschichtlicher Verbundenheit und mit einem

kräftigen „I-A“


Euer Esel Benjamin


[aus „Bardeler Adventsmetitationen 2020“]

Fürbitten

Gott, unser Vater,

wir bitten dich für die alle Völker.

Lass aus den widerstreitenden Interessen, aus dem ungleichen Ringen der Kräfte,

aus dem Guten wie aus dem Bösen ein Miteinander der Völker und Kontinente

werden, in dem alle zu ihrem Recht kommen.

Wir bitten dich: Herr, erhöre uns.


Gott, unser Vater,

wir bitten dich für die Politiker und für die Verantwortungsträger in Gesellschaft und Kirche.

Schenke ihnen Weisheit bei allen Entscheidungen, in der heutigen Zeit.

Segne alle, die für die Versöhnung zwischen Menschen, gesellschaftlichen Gruppen

und Staaten kämpfen.

Wir bitten dich: Herr, erhöre uns.


Gott, unser Vater,

wir bitten dich um den Geist der Toleranz, der Einfühlsamkeit und der

wechselseitigen Wertschätzung überall dort,

wo sich Menschen begegnen. Wir bitten um wirkliches Verstehen untereinander und

um den Willen, Grenzen zu überschreiten.

Wir bitten dich: Herr, erhöre uns.


Gott, unser Vater,

wir bitten dich um offene Augen, damit wir deine Wegzeichen entdecken – und um

die Kraft, deine Wege zu gehen, auch und gerade dann wenn unser Stolz

sich widersetzt.

Stärke unser Vertrauen in deine gute Führung.

Wir bitten dich: Herr, erhöre uns.


Gott, unser Vater,

wir bitten für die Menschen, die am Corona Virus erkrankt sind.

Lass sie gute Pflege und wirksame medizinische Hilfe finden

Sei bei den ihren Angehörigen und Freunden.

Wir bitten dich: Herr, erhöre uns.


Gott unser Vater,

für alle, die in diesem Jahr von uns gegangen sind. Der Verlust legt uns große Schmerzen auf, lass uns Erleichterung in deinen Worten finden und lass die Verstorbenen wissen, dass wir in Gedanken bei ihnen sind.

Wir bitten dich: Herr, erhöre uns.


[aus: „Fürbitten im Kirchenjahr“ und Peter Hörl]

Vater unser


Adventssegen


Möge die Zeit des Advents unter Gottes Segen stehen.

Mögen diese Wochen unter Gelassenheit und Ruhe vergehen

als eine Zeit der Vorbereitung auf Jesu Geburt

und die frohe Botschaft von Weihnachten.

Möge Gott besonders jetzt in den Zeiten der Corona-Pandemie

jeden Morgen aufs Neue

Hoffnung und Vertrauen schenken

und alle Sorgen und Ängste mildern.

Möge jeder Tag durch besondere Begegnungen

aufgehellt und bereichert werden.

Möge Entschlossenheit Fantasie und Mut wachsen

und zu einem Fest des Friedens beitragen.


[Aus „Auszeit für die Seele“]